Flugbetrieb

Flugbetrieb beim LSV Halver


Bei "fliegbarem" Wetter räumen wir dann gemeinschaftlich die Segelflugzeuge aus der Flugzeughalle heraus. Rettungsfallschirme, Batterien und Bordbücher werden dann an Bord gebracht.
Danach werden die Segelflugzeuge anhand einer sog. Klarliste durchgesehen.
Hierbei wird z.B.: der Anschluss und Freigängigkeit der Ruder, auf äußerliche Schäden, Fremdkörper im Innenraum, Funktionstüchtigkeit der Schleppkupplungen,...geprüft.


Währenddessen kümmern sich andere um den Aufbau des Windenfahrzeugs, der Landereiter, ordnungsgemäße Absperrung des Flugplatzes, Aufbau des Startwagens.... .

Seilwinde und Lepo ASK 21 mit Piloten

Um den Flugbetrieb durchführen zu können, benötigen wir mindestens 7 anwesende Mitglieder.
Flugsport ist ein Teamsport!

Nun kann es endlich los gehen - die Piloten des Doppelsitzers ( Flugschüler / Fluglehrer ) machen sich bereit. D.h. die Rettungsfallschirme werden angelegt, anschließend folgt das Einsteigen und Anschnallen im Segelflugzeug. Nachdem die Haube verriegelt wurde wird ein Startcheck durchgeführt. Er sieht folgendermaßen aus:

Nach einem "okay" des Piloten, wird nun das Windenseil eingezogen. Das Segelflugzeug steigt nach einer kurzen Rollphase steil in den Himmel. Nach dem erreichen der Ausklinkhöhe, fällt das Windenseil  an einem kleinen Fallschirm zu Boden ( das Seil klinkt am Segelflugzeug automatisch aus ). Der Windenstart wird vom Startwagen aus mit der Seilwinde koordiniert.
Windenstart einer einsitzigen Ka8  


Das Segelflugzeug wird nun von dem Flugschüler ( je nach Ausbildungsstand ) in einer sog. Platzrunde geflogen. Die Platzrunde teilt sich in mehrere Abschnitte auf:

1. Start
2. Querabflug
3. Gegenanflug
4. Position
5. Queranflug
6. Endteil
7. Landung

Das Einfliegen in die jeweiligen Abschnitte erfolgt durch 90° Richtungsänderungen.
Zwischen den Abschnitten 3. und 4. versucht der Pilot an Höhe zugewinnen, in dem er Aufwinde ( z.B. Thermik ) sucht.

Thermik ist eine warme aufsteigende Luftmasse. Energiequelle für die Thermik ist die Sonne. Durch Sonnenstrahlen erwärmt sich der Boden, an einigen Stellen mehr, an anderen weniger. Diese Wärme wird an die darüber liegenden Luftschichten abgegeben. Warme Luft ist leichter als kalte. An den Stellen, an denen die Abstrahlung am größten ist, z.B. über Kornfeldern oder anderen hellen Flächen, beginnt die Luft sich in einer Blase vom Boden abzuheben. Neue Luft strömt von allen Seiten herbei, die Blase wird größer und hebt sich schließlich als ein riesiger Schlauch von einigen Millionen Kubikmetern Luft mit Geschwindigkeiten von 5-10 m/sec. in die Höhe.

Diesen Schlauch müssen wir Segelflieger finden, denn er trägt unsere Segelflugzeuge mit hinauf. So sind Flüge von mehreren Stunden und Höhengewinne von weit über 1000m, 2000m,...möglich.

Gelingt es nicht diesen Aufwind zufinden, muss sich der Pilot spätestens mit einer Höhe von ca. 150-200m an der Position ( 4. ) befinden! Nun beginnt die Phase der Landung.

Die Fluggeschwindigkeit wird ab der sog. Position etwas erhöht, um Fahrtreserven zu haben ( z.B. für evtl. Hindernisse ). Nach zwei weiteren 90° Richtungsänderungen, haben wir jetzt den Flugplatz wieder vor uns liegen.
Die Landeklappen werden nun ausgefahren. Das Segelflugzeug sinkt jetzt etwas schneller zu Boden. Kurz bevor wir aufsetzten, wird die Geschwindigkeit ( ca. 90-100 km/h ) langsam zurückgenommen, in dem wir die Nase des Segelflugzeuges anheben ( vorsichtiges ziehen des Steuerknüppels ).
Ganz sanft kriegen wir nun wieder Berührung mit der Erde - dann erfolgt der Abbau der Geschwindigkeit in dem das Segelflugzeug langsam ausrollt ( Rollweg kann durch Radbremsen verkürzt werden ).

Gemeinschaftlich wird das gelandete Segelflugzeug wieder an den Start
zurückgeschoben.

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